Die Sozialfirma
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Die Sozialfirma

by swisssocialfirms_admin last modified 2010-05-05 14:03

Was ist eine Sozialfirma?

erstellt von swisssocialfirms_admin — zuletzt verändert: 12.10.2009 14:55
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29.10.2008 15:14













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27.10.2008 08:59













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swisssocialfirms_admin













22.10.2008 11:28













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Sozialfirmen sind eine Antwort auf die Veränderungen des Arbeitsmarktes und tragen als Bindeglied zwischen Individuum und Markt dazu bei, benachteiligte Menschen ins Erwerbsleben zu (re)integrieren. Im Unterschied beispielsweise zu herkömmlichen Beschäftigungsprogrammen orientieren sich Sozialfirmen gleichwertig an sozialen und betriebswirtschaftlichen Standards. Der Begriff ist in der Schweiz noch relativ neu und wird teilweise unterschiedlich verwendet. Nach dem Verständnis der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Sozialfirmen (ASSOF) zeichnet sich eine Sozialfirma durch folgende Merkmale aus:

  • Eine Sozialfirma ist ein Unternehmen mit doppelter Zielsetzung.
  • Es schafft erstens Arbeit für Personen mit Behinderungen oder Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt.
  • Zweitens stellt das Unternehmen marktgerechte Produkte und Dienstleistungen her,
  • und deckt so nach der Aufbauphase mindestens 50% seiner Ausgaben durch Einnahmen aus dem Verkauf dieser Produkte bzw. Dienstleistungen.
  • Mindestens 30% der Belegschaft sind Personen mit Behinderungen oder Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt und arbeiten eng mit ihren nicht beeinträchtigten Kollegen und Kolleginnen zusammen.
  • JedeR Arbeitnehmende hat einen nicht zum Voraus befristeten Arbeitsvertrag
  • und erhält in der Regel einen Lohn nach orts- und branchenüblichen Ansätzen.
  • Zum Ausgleich der verminderten Leistungsfähigkeit eines Teils der Angestellten und der höheren Personalaufwände ist die Sozialfirma auf einen Nachteilsausgleich durch die öffentliche Hand angewiesen.
  • Das Unternehmen ist bestrebt, allen Arbeitnehmenden dieselben Rechte und Pflichten und dieselben Entwicklungs- und Aufstiegschancen zu gewähren.


Sozialfirmen sind Unternehmen, welche gleichzeitig zwei Unternehmensziele verfolgen: Ein grosser Teil ihrer Angestellten sind Personen mit Behinderung oder Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt, welchen durch die Zusammenarbeit mit voll arbeitsmarktfähigen KollegInnen eine echte Integrationschance geboten wird. Gleichzeitig arbeitet die Firma nach wirtschaftlichen Geboten und strebt Gewinne an, welche sie aber nicht ausschüttet, sondern wieder ins Unternehmen re-investiert. Alle Angestellten haben einen nicht im Voraus befristeten Arbeitsvertrag und Anrecht auf einen Lohn nach orts- und branchenüblichen Ansätzen. Um wettbewerbsfähig zu sein, ist die Sozialfirma auf einen finanziellen Ausgleich der verminderten Leistungsfähigkeit der Angestellten und der höheren Personalaufwände angewiesen. Dieser Nachteilsausgleich durch die öffentliche Hand soll nach der Aufbauphase höchstens 50% der Einnahmen der Sozialfirma ausmachen, die andere Hälfte muss sie durch den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen am Markt erwirtschaften.

Definitionen zum Download als PDF (dreisprachig)

Warum es Sozialfirmen braucht - Ein Argumentarium

Arbeitsmarkt und Integration

Die Teilnahme am Arbeitsmarkt ist für bestimmte Bevölkerungsgruppen heute erschwert, da ihre Arbeitskraft weniger nachgefragt wird. Betroffen sind insbesondere leistungsschwächere Menschen und solche mit geringer beruflicher Qualifikation. Diese Entwicklung ist auf Veränderungen der Arbeitswelt zurückzuführen: in den letzten zwei Jahrzehnten hat eine Verschiebung von der Produktion hin zur Dienstleistung stattgefunden, die Anforderungen an die Qualifikation der Arbeitnehmenden steigen, einfachere Tätigkeiten werden rationalisiert oder in Länder mit tiefen Lohnkosten ausgelagert. Die "blosse Arbeitskraft" reicht nicht mehr aus, um am Erwerbsleben teilzuhaben, heute ist "Qualifikation" gefragt - entsprechend ist fehlende oder ungenügende Ausbildung einer der Hauptrisikofaktoren für Arbeitslosigkeit. Eine wachsende Anzahl Menschen ist darum heute vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen oder vom Ausschluss bedroht. Entwicklungen wie die Globalisierung und die Tertiarisierung der Arbeitswelt sind allerdings weder umkehrbar noch lassen sie sich grundlegend beeinflussen. Es ist darum notwendig, rasch nach neuen Wegen zu suchen, wie arbeitsmarktlich benachteiligte und eingeschränkt leistungsfähige Menschen auch künftig am Erwerbsprozess teilhaben können.